Im Maßstab 10:1 wird alles zehnmal so groß gezeichnet, wie es in Wirklichkeit ist. Man greift dazu, wenn ein Teil nur wenige Millimeter misst und seine Details sonst nicht mehr zu bemaßen wären: Gewindeprofile, Freistiche, SMD-Bauteile, Zahnräder aus einem Uhrwerk. Hier finden Sie die Umrechnung, eine Tabelle mit typischen Längen und einen Rechner für eigene Werte.
Was bedeutet Maßstab 10:1?
Die erste Zahl steht für die Zeichnung, die zweite für die Wirklichkeit. 10 cm auf der Zeichnung entsprechen also 1 cm am echten Teil, und 1 cm auf der Zeichnung entspricht 1 mm. Weil der Faktor genau eine Einheitenstufe ist, können Sie 10:1 fast ohne Rechnen lesen: Die Zahl bleibt gleich, nur die Einheit wechselt von Millimeter zu Zentimeter.
10:1 ist ein Vergrößerungsmaßstab und das Gegenstück zum Verkleinerungsmaßstab 1:10, bei dem eine Zeichnung nur ein Zehntel so groß ist wie das Original. DIN ISO 5455 führt beide in der Normreihe für technische Zeichnungen.
Jedes Feld im unteren Balken steht für einen echten Millimeter, gezeichnet als ein Zentimeter.
Wo wird der Maßstab 10:1 verwendet?
In der Normreihe liegt 10:1 zwischen 5:1 und 20:1. Er passt zu Teilen und Ausschnitten, die nur wenige Millimeter groß sind:
- Einzelheiten in technischen Zeichnungen. Ein Freistich, eine Fase oder eine Dichtungsnut wird aus der Gesamtansicht herausgelöst und daneben vergrößert gezeichnet, häufig im Maßstab 5:1 oder 10:1.
- Gewinde und Verzahnungen. Ein Gewinde M2 hat eine Steigung von 0,4 mm, auf einer 10:1-Zeichnung sind das gut messbare 4 mm.
- Leiterplatten und SMD-Bauteile. Ein Widerstand der Bauform 0402 misst 1,0 × 0,5 mm und erscheint bei 10:1 als Rechteck von 10 × 5 mm.
- Uhrmacherei und Feinmechanik, etwa für Zahnräder, Wellen und Federn, die in Originalgröße kaum lesbar wären.
- Schmuck, zum Beispiel Fassungen und Verschlüsse.
- Biologie und Schule. Insekten, Samen oder Blattdetails werden für eine Zeichnung oft zehnfach vergrößert, und Aufgaben zum Maßstab nutzen 10:1 gern als erstes Beispiel für eine Vergrößerung.
Auf ein A4-Blatt (29,7 × 21 cm) passt bei 10:1 höchstens ein Ausschnitt von 29,7 × 21 mm der Wirklichkeit, abzüglich Rand und Schriftfeld. Größere Teile zeichnet man deshalb in kleinerem Maßstab und vergrößert nur die kritische Stelle. Eine Übersicht weiterer Maßstäbe finden Sie unter Maßstäbe im Überblick.
Umrechnungstabelle Maßstab 10:1
Die Tabelle zeigt typische reale Längen kleiner Teile und ihre Länge auf der Zeichnung.
| Reale Länge | Länge auf der Zeichnung |
|---|---|
| 0,1 mm | 1 mm |
| 0,5 mm | 5 mm |
| 1 mm | 1 cm |
| 2 mm | 2 cm |
| 5 mm | 5 cm |
| 1 cm | 10 cm |
| 1,5 cm | 15 cm |
| 2 cm | 20 cm |
| 2,5 cm | 25 cm |
So rechnen Sie mit Maßstab 10:1
Von der Wirklichkeit zur Zeichnung wird mit 10 multipliziert, in die andere Richtung durch 10 geteilt. Bei 10:1 reicht oft schon ein Wechsel der Einheit.
Von der Wirklichkeit zur Zeichnung
Multiplizieren Sie die reale Länge mit 10.
Beispiel: Eine Passfeder ist 3,5 mm breit. Auf der Zeichnung wird sie 3,5 mm × 10 = 35 mm breit, also 3,5 cm.
Von der Zeichnung zur Wirklichkeit
Teilen Sie die gemessene Länge durch 10.
Beispiel: In einer Einzelheit messen Sie einen Radius von 8 mm. Am echten Teil sind das 8 mm ÷ 10 = 0,8 mm.
Flächen und Volumen
Der Faktor 10 gilt nur für Längen. Eine Fläche wird 10 × 10 = 100-mal so groß dargestellt, ein Volumen bei einem Modell 10 × 10 × 10 = 1000-mal.
Für krumme Werte und andere Einheiten nutzen Sie den Maßstabsrechner. Wie Maßstäbe allgemein funktionieren, erklärt der Beitrag Was ist ein Maßstab?.
Maßstab 10:1 im Vergleich
DIN ISO 5455 nennt fünf Vergrößerungsmaßstäbe. 10:1 liegt in der Mitte der Reihe:
| Maßstab | 1 mm real | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 2:1 | 2 mm | Feinmechanik, kleine Werkzeuge |
| 5:1 | 5 mm | Mikroelektronik, kleine Bauteile |
| 10:1 | 10 mm | Einzelheiten, Gewinde, SMD-Bauteile |
| 20:1 | 20 mm | Sehr feine Konturen und Kanten |
| 50:1 | 50 mm | Mikrostrukturen |
3:1 fehlt in der Tabelle, weil er nicht zur Normreihe gehört. In der Praxis wird er trotzdem verwendet, siehe Maßstab 3:1. Praktische Beispiele aus verschiedenen Bereichen finden Sie auf der Beispielseite.
Häufige Fragen zum Maßstab 10:1
Was bedeutet Maßstab 10:1?
10 cm auf der Zeichnung entsprechen 1 cm in der Wirklichkeit. Die Darstellung ist zehnmal so groß wie das Original, aus 1 mm wird 1 cm.
Wie rechne ich Maßstab 10:1 um?
Zur Zeichnung mit 10 multiplizieren, zurück durch 10 teilen. Schneller geht es über die Einheit: 7 mm in Wirklichkeit sind 7 cm auf der Zeichnung.
Ist Maßstab 10:1 genormt?
Ja. DIN ISO 5455 nennt für technische Zeichnungen die Vergrößerungen 2:1, 5:1, 10:1, 20:1 und 50:1.
Was ist der Unterschied zwischen 10:1 und 1:10?
10:1 vergrößert auf das Zehnfache, 1:10 verkleinert auf ein Zehntel. Bei 10:1 ist die Zeichnung größer als das Teil, bei 1:10 kleiner.
Wie viel Fläche wird bei Maßstab 10:1 vergrößert?
Hundertmal so viel, weil Länge und Breite beide mit 10 multipliziert werden. Ein Quadrat von 1 mm × 1 mm belegt auf der Zeichnung 1 cm × 1 cm.